Februar 1984
Die Idee zu UNART ist geboren: Paul Schwer spricht auf dem Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf Studenten an und lädt sie zur Mitarbeit ein.
Juni 1984
UNART (noch ohne Namen) wird aus der Taufe gehoben. Mit dabei sind: die Künstler Paul Schwer, Christof Hartmann, Monika Strassl, Winfried Demhartner, die Philosophen Dr. Franz Rieder, Ulrich Lübke, die Kliniksmitarbeiter Marie-Luise Schwennbeck, Klaus Gärtner, Dorothee Sprockkamp und andere. Im Oktober kommen die Künstlerinnen Doris Halfmann und Ulrike Kessl dazu.
*September 1984
Einschulung: UNART bekommt ein Atelier in der Bardelebenschule in Essen. Zweimal wöchentlich finden dort Gruppen mit Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Essen statt.
Oktober 1985
Erstes UNART-Gesamtkunstwerk: Ausstellung im Kennedyhaus in Essen, Wände und Inneres des Oberlichtraumes sind komplett mit Bildern und Objekten aus den Kunstgruppen bedeckt. Der erste Katalog entsteht, der Name UNART taucht zum ersten Mal gedruckt auf.
Sommer 1986
Intermezzo in den Umkleideräumen der Gruga (inklusive Badespaß). Beginn der monatlichen Supervision bei dem Psychoanalytiker und Philosophen Prof. Dr. Rudolph Heinz.
Die UNART Mitarbeiter fahren zur Gründungsitzung der DGKT nach München und erfahren dort, dass sie die einzige Gruppe Deutschlands sind, die mit Patienten der Psychiatrie künstlerisch arbeiten. Paul Schwer erhält den „Grandfather“ Status. Die für einige Zeit mitarbeitende Künstlerin Mechthild Hagemann entwirft das UNART Logo.
1986
Umzug ins Dachbodenatelier in Essen – Haarzopf. Die Kunstgruppe der Mittelstation startet mit Helmut Stelzer, Elke Drasba und Winfried Demhartner.
Im Atelier finden bis 1992 zahlreiche und denkwürdige Aktionen statt: heiße Gruppendiskussionen, Feuerchen am Boden und im unbenutzten Kamin, der zwischendurch abgerissen und wiederaufgebaut wird, Bierskandal (W. schenkt alkoholfreies Bier an Patienten der Mittelstation aus), das Gebälk des Dachbodens wird zum Labyrinth erweitert, Toilette und Waschbecken als bevorzugte Objekte für künstlerische Eingriffe entdeckt.
März 1987
Der WDR stellt UNART im “Mosaik” vor.
Oktober 1987
Das erste (und bisher letzte) UNART-Symposion “Kunst und Therapie im Widerspruch”, organisiert von Doris Halfmann, findet in der Zeche Carl in Altenessen statt; Gäste sind Felix Droese, Prof. Dr. med. Eggers, Haase/Hochstatter, Dr. med. H. Murken, Gul Ramani, Prof. Dr. Menzen, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Schadewaldt, Johannes Stüttgen, Anja Wiese, Wolfgang Hekele, Beatrix Sassen, Dr. Johannes Döser und viele andere.
Mai 1987 – Mai 1989
UNART stellt sich vor mit Ausstellungen im Kunsthaus Essen und im Begegnungszentrum Oberhausen sowie mit Vorträgen in Essen, Kiel und Tübingen.
1989
UNART ist am internationalen Schizophreniesymposium in Essen mit drei Performances beteiligt: Geruchsbelästigung ohne Geruch, Lärmbelästigung ohne Geräusch; die dritte Performance besteht in einer gegenseitigen Körperbemalung der UNART-Mitglieder, die erfolgreich und mit Bekleidung durchgeführt wird.
1991
Eckhard Gräßlin beginnt seine Mitarbeit bei UNART
1992
X-ter Umzug in die Jakob-Muth-Schule in Kettwig (ein neuer Hausmeister versucht sein Glück mit UNART). Der Sozialpädagoge Eckhard Gräßlin beginnt seine Mitarbeit bei UNART.
1992
UNART bekommt die von Winfried Demhartner beantragte Förderung vom Kunstfond, Bonn ?Versuch einer Theoriebildung: “Therapie ohne Therapie” (Winfried Demhartner)
18.1.1993
Gründungssitzung mit 11 Gründungsmitgliedern: Winfried Demhartner, Eckhard Gräßlin, Doris Halfmann, Ellen Hartleif, Christof Hartmann, Eva Höppner, Norburga Jenny-Niederprüm, Ulrike Kessl, Verena von Klitzing, Jörg Kriebel, Marie-Luise Schwennbeck, Dr. Paul Schwer, Helmut Stelzer.
21. April 1993
UNART ist nun ein gemeinnütziger Verein.
1993
Birgit Hübner arbeitet bei UNART mit
September 1993
“Die Liebe zu den drei Orangen” (wird UNART pubertär?): Ausstellung im Aaltotheater in Essen mit Vorträgen u. a. von Prof. Dr. med. Eggers und Jean Christophe Amann.
Oktober 1994
UNART kämpft (wie immer) mit Finanzproblemen. Eckhard Gräßlin und Doris Halfmann führen im Kulturzentrums Altenberg, Oberhausen einen 7tägigen Workshop mit anschließender Ausstellung mit den PatientInnen des St. Josef Krankenhauses, Oberhausen durch.
Mai 1995
Ausstellung bei der AOK in Essen (kennen Sie schon die freundliche Art …. ?); dabei finden unter anderem Videobefragungen des damaligen AOK Leiters Herr Diste durch UNART Künstler statt, ein Büroflur wird künstlerisch gestaltet (und sofort zensiert), die Cafeteria, das Treppenhaus und das Eingangsfoyer erfahren ortspezifische Veränderungen.
Sommer 1996
Zusammen mit dem Kinderheim St. Josef startet UNART eine Wasseraktion, organisiert von Doris Halfmann. Austragungsorte sind: das Atelier, ein Wasserturm in Mülheim, die Ruhr, das Rathausfoyer in Essen.
1997
Ausstellung in der Volkshochschule Essen; der Bürgermeister: “das sieht ja aus wie moderne Kunst”. ?Alias Thoma beginnt seine Mitarbeit bei UNART
Sommer 1997
Drei Umzüge plus Komplettrenovierung in Kettwig sind einfach zuviel! ? Die Philosophin, Instrumentenbauerin und Musikerin Dr. Doris Dorner, arbeitet bei UNART mit und führt das Element Musik und den experimentellen Instrumentenbau ein.
November 1997
UNART beteiligt sich an der REHA ‘97 in Düsseldorf im Rahmen von Eucrea mit einem “Offenen Atelier”. Blickfang: zwei 8 m lange Stoffbahnen, die vom Publikum bemalt werden.
1997/98
UNART goes banking ( vier Ausstellungen in den Landeszentralbanken Hamburg, Berlin, Hannover und der Bundesbank Frankfurt/Main)
1998 UNART findet endlich eine dauerhafte Bleibe in der „Schule An der Waldlehne“, auf der Margarethenhöhe in Essen; Jens Hölmer und Eva Cukoic beginnen bei UNART
1999
UNART malt mit Kindern, Jugendlichen und Senioren eine Woche lang im Nachbarschaftsheim Wuppertal. Außerdem entstehen Skulpturen, Körperbemalungen, Kleider und Instrumente. ?Mit einem Mal-Labyrinth und Improvisationsaktionen nimmt UNART am CREART-Festival auf der REHA –Messe in Düsseldorf teil.?
Eine UNART-Projektwoche findet beim Kinder- und Jugendpsychiatrietreffen in Essen statt. Beim Verein für Philosophie und Psychoanalyse in Düsseldorf halten Paul Schwer und Birgit Hübner einen Vortrag.
2000
Ein Heimspiel: in den Rheinischen Kliniken in Essen findet eine Ausstellung statt. “Produktionen aus der mentalen Subkultur” heißt der Vortrag von Winfried Demhartner beim Verein für Philosophie und Psychoanalyse in Düsseldorf. Birgit Huebner stellt UNART im Kulturforum Alte Post in Neuss vor.?Eva Cukoic wird Vereinsmitglied und aktive Mitarbeiterin bei UNART
?UNART veranstaltet auf der Reha Messe im Rahmen der Eucrea einen Workshop.
2001
?“Aphrodites Alptraum” ist der Titel einer Ausstellung in der Heilpädagogischen Fakultät der Uni Köln, die mit einem Vortrag von Dr. Doris Dorner eröffnet wird und einer Performance von Jens Hölmer und Dominic Muscat mit UNART Jugendlichen.
2001
Ausstellung im Rathausfoyer Essen
2002
UNART arbeitet mit mehreren stationären und ambulanten Kinder- und Jugendgruppen im Atelier auf der Margarethenhöhe und in einem zweiten Atelier für Erwachsene in Velbert-Langenberg. Seit April 2001 existiert neben zwei stationären Erwachsenengruppen, die an die Kliniken Velbert-Niederberg und an die Abteilung für Psychotherapie in Essen Heidhausen angebunden sind, eine ambulante Gruppe, die sich aus Ehemaligen der beiden Kliniken zusammensetzt.
2003
“Mal was Handfestes”: UNART präsentiert sich im Juli beim Institutsfest der psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft, Köln mit einer Ausstellung und Vorträgen von Doris Halfmann, Christian Müller, Ulrike Kessl und Alias Thomas, sowie einer Videodemonstration von Jens Höllmer.
Auf dem Heilpädagogischen Kongress in Essen-Kettwig, mit dem Thema “Erlebnispädagogik“ hält Doris Halfmann einen Vortrag über UNART und bietet im Anschluss daran eine Malaktion an.
Oktober 2003
Eva Cukoic hält einen Vortrag im Verein für Kunsttherapie, Köln.
Von September bis Dezember gestalten Jens Hölmer, Doris Halfmann und Christian Müller das Sommer/Herbstprojekt: zusammen mit den Jugendlichen des Kinderheims St. Josefs Haus Kettwig und den TeilnehmerInnen der UNART Jugendgruppe wird eine Herzschildkröte aus Beton mit Fliesenmosaik gebaut und im Garten des Kinderheims aufgestellt.
2004
Wieder ein Umzug: Das Atelier der Erwachsenengruppen in Velbert- Langenberg wird aufgelöst und in die Räumlichkeiten auf der Margaretenhöhe in Essen integriert. Sieben Gruppen arbeiten jetzt an vierTagen im UNART-Atelier.
UNART feiert im Juni 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass findet am 16.7. die Ausstellung und Kunstauktion “20 Jahre Kunstprojekt UNART” statt. Der Kabarettist Christoph versteigert als Auktionator nahezu alle Werke erfolgreich.
August 2006
Die Ausstellung“Borderline-Borderland und Ausstellung UNART” mit Arbeiten aus den Erwachsenengruppen findet in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Rheinischen Kliniken Essen statt.
Frühjahr 2007
Alias Thoma und Ulrike Kessl führen in Zusammenarbeit mit Intego, Oberhausen einen Kunstworkshop für die betreuten Personen durch. Dafür entsteht ein temporäres Atelier in einem leerstehenden Ladenlokal im Zentrum der Stadt. Die entstandenen Werke werden in der Medikon Akademie gezeigt.
Juni 2007
Christian Müller und Doris Halfman halten im Schloß Moyland anlässlich der Ausstellung von Paul Schwer einen Vortrag zum Thema Kunst-Therapie-Leben.
2007
steht im Zeichen der Musik: mit der Unterstützung des Musikers Dominik Muscat findet ein gruppenübergreifendes Musik Projekt im UNART Atelier statt. Es gipfelt in der Aufführung einer sehr außergewöhnlichen, einstündigen Musikperformance im RWE Pavillon der Essener Philharmonie, womit gleichzeitig die Ausstellung „Seitenwechsel, vom Bild zum Klang vom Hören zum Sehen“ eröffnet wird.
Im Sommer 2007 findet außerdem ein Kunst- und Gaukler Projekt statt.
Sommer 2008
Das Projekt Wasserleben vermittelt den Kindern und Jugendlichen der psychiatrischen Stationen wenigstens ein bisschen Strand- und Sommergefühl, z.B. am Düsseldorfer Rheinufer, am Baldeneysee und am Ruhrufer.
2009
In allen Unart Gruppen liegen große Skizzenbücher aus; Videos und Animationen entstehen im Rahmen eines multimedialen Buchprojekts mit dem Ziel 2010 ein Buch zu drucken und eine DVD zu erstellen.
2010
Für Jugendliche und Erwachsene Herz-Reha Patienten des Hilariums (Herzzentrum) wird ein wöchentlicher UNART Kunst Kurs zum Thema „Herzschmerz“ in unserem Atelier angeboten, der über mehrere Monate laufen soll. Anschließend wird im Hilarium oder Elisabeth Krankenhaus (2 von 12 Häusern der Contilia Gruppe) eine Ausstellung für die entstandenen Werke ausgerichtet.
Im Laufe der Jahre wirkten bei UNART noch folgende Künstler mit: Ellen Hartlief, Verena von Klitzingen, Jörg Kriebel, Notburga Jenny Niederprüm, Dorothee Wozniak, Birgit Hübner, Gerlinde Salentin, Eva Scholz, Dr. Johannes Döser (2. Kassenprüfer bis heute), Silvia Zipprick, Iris Olschowski, Sarah Royen.<

